Die Umlaute ö und ü

Die Umlaute ö und ü gibt es in vielen Sprachen nicht. Deshalb werde ich von vielen Lernenden und Lehrenden gefragt, wie man sie bildet. Hier ein Tipp.

Viele von Euch kennen vielleicht den Tipp, dass man ü bildet, indem man „iiii“ sagt und dann die Lippen rundet.

Ich habe mich oft gefragt, warum diese Methode bei vielen Lernenden nicht funktioniert. Antwort: Weil sie beim Runden des Mundes die Zunge senken = Zungenstellung von u. Ergo: Das Runden des Mundes bringt allein nichts.

Die Regel für ü lautet: Die Zungenposition ist wie beim i, der Mund ist in der Position von u.

Vergleicht mal und sagt u: Wo fühlt Ihr die Zunge? Eher unten im Mundraum oder oben am Gaumen? (Antwort: Die Zunge sollte nicht an den Gaumen drücken!)

Sagt i: Wo fühlt Ihr die Zunge? Eher unten im Mundraum oder oben am Gaumen? (Antwort: Die (hintere) Zunge sollte gegen den Daumen drücken.)

Fazit: Wenn man vom i zum ü kommen will, MUSS die Zunge wie bei i bleiben. Nur so entsteht wirklich ein ü. Natürlich geht es auch anders: Man kann u sagen und dann die Zunge Richtung Gaumen heben wie beim i. Wichtig ist dann, dass der Mund rund bleibt!

Und wie ist das nun beim ö?

Die Regel für ö lautet: Die Zungenposition ist wie beim e (geschlossenes e für langes, geschlossenes ö; offenes e bzw. ä für kurzes, offenes ö). Der Mund ist rund wie bei o.

Viel Erfolg beim Üben!

P.S. Wer Übungsideen sucht, findet welche im Praxisbuch Phonetik, in Phonetik – Übungen und Tipps für eine gute Aussprache A1 und ab Februar 2020 auch in Phonetik – Übungen und Tipps für eine gute Aussprache A2!